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private Krankenversicherung

Beitrag im Alter

Das Risiko als Mitglied der privaten Krankenversicherung im Rentenalter erheblich belastet zu werden oder den Beitrag nicht mehr zahlen zu können, kann nicht wegdiskutiert werden. Man hört zwar hier und da von Fällen, wo jemand mit 1.200 € Rente 700 € Monatsbeitrag zahlen muss, doch es fehlt eine breite Zahlenbasis um sagen zu können, ob es sich mehr um Einzelfälle oder um einen breiten Trend handelt. Die Daten sind hier jedenfalls brisant genug, wenn die Enthüllungsplattform WikiLeak sich dem Thema annimmt und vertrauliche Dokumente für die USA veröffentlicht, die andeuten, dass man hier nicht von Einzelfällen sprechen kann. Inwieweit diese Aussagen auf Deutschland übertragbar sind, ist schwer zu beurteilen. Sollte der PKV-Beitrag unerträgliche Ausmaße annehmen, ist man in Deutschland dem Versicherer nicht hilflos ausgeliefert. Eine Möglichkeit ist der Wechsel in den Basistarif, der jedoch häufig auch zu teuer ist (GKV-Maximalbeitrag). Die bessere Möglichkeit beim Wechsel innerhalb der Gesellschaft ist der Wechsel in einen jungen Tarif nach § 204 VVG. Manche sprechen hier auch von einem Gesetzestrick, weil der § 204 VVG (Vorgängerparagraf war $ 178 f VVG) dem Schutz der Versicherungsnehmer gegenüber den Versicherungsgesellschaften dient. Wie der Trick funktioniert steht hier $ 204 VVG.

Das in der privaten Krankenversicherung angewendete Kapitaldeckungsverfahren hat zum Ziel, dass ein Versicherter auf Grundlage heute bekannter Gesundheitskosten lebenslang einen konstanten Beitrag zahlen soll. Die Beiträge sind somit nach dem Prinzip der gleichbleibenden Prämie kalkuliert und sollen nicht steigen, weil die Versicherten älter werden. Die Beiträge sollen nach dem Modell bis ins hohe Alter konstant bleiben, wenn nicht unberechenbare Faktoren wie die steigende Lebenserwartung, Kostensteigerungen im Gesundheitswesen, und medizinischer Fortschritt hinzukämen. Kritisch ist anzumerken, dass das ewige Lied vom medizinischen Fortschritt eine stark strapazierte Begründung für Beitragserhöhungen ist, da Fortschritte in anderen Branchen häufig nicht zu Kostensteigerungen führen, sondern umgekehrt.

Obwohl die stärkere Inanspruchnahme von Leistungen im Alter bereits von Anfang an im PKV-Beitrag eingerechnet (siehe Alterungsrückstellungen) ist, funktioniert die Kalkulation nicht so recht, da die aufgebauten Polster bei vielen Gesellschaften nicht ausreichen um die Ausgaben der jeweiligen Altersklasse im Alter zu decken. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass sich die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen in der PKV stärker auswirken, da hier die Ärzte mehr abrechnen können und zum anderen dass ein PKV-Unternehmen den Tarif nicht übermäßig mit freiwilligen Altersrückstellungen verteuern darf, da sonst zu wenig Neukunden kommen und die Konkurrenzfähigkeit darunter leidet.

Als Fazit muss festgestellt werden, dass das Risiko hoher Beiträge im Alter in der PKV deutlich größer ist als in der GKV und dass private Krankenversicherer hier mit geschönten Zahlen in ihren Broschüren arbeiten um die Kunden zu beruhigen. Einige realistische Beispielfälle mit Grafiken für die Entwicklung von PKV und GKV-Beiträgen, siehe Beitragsentwicklung.

Am Ende muss jeder für sich selbst die grundlegende Entscheidung treffen, ob er lieber heute oder morgen weinen möchte. Der Anreiz in die private Krankenversicherung zu wechseln ist besonders für junge Männer enorm, da sie jahrelang von sehr niedrigen Beiträgen profitieren können und an das Alter keine Gedanken verschwenden möchten. Oft wird spekuliert, dass man später wieder einen Weg findet in die GKV zu wechseln oder die  PKV später sowieso abgeschafft wird und man dann automatisch zurück in die GKV kommt. Das mag so kommen oder auch nicht.  Vielleicht macht die Medizin so gewaltige Fortschritte, dass es in 20 Jahren eine Pille gegen kranksein gibt und man nur noch das Unfallrisiko absichern muss.

gesetzliche Krankenversicherung

Beitragsentwicklung

Da die meisten gesetzlich Versicherten im Rentenalter weniger Einkommen haben, führt dies automatisch zu niedrigeren Beiträgen im Alter, da das Einkommen unmittelbare Grundlage der Beitragsberechnung ist. Dies führt aber auch dazu, dass die so ermittelten Beiträge der Rentner nur etwa die Hälfte der durch sie verursachten Kosten decken (Solidaritätsprinzip). Eine Gesellschaft bei der die jungen Beitragszahler in der Überzahl sind, kann diese Subventionierung älterer Menschen nach dem Umlageverfahren verkraften. Nimmt wie aufgrund der aktuellen demografischen Entwicklung die Anzahl der jungen Beitragszahler ab und die der Älteren dramatisch zu, bedeutet dies eine höhere Beitragslast für alle Versicherten, da eine Gesellschaft mit einem hohen Anteil von Älteren hohe Gesundheitskosten zu schultern hat, die durch entsprechende Beiträge gedeckt werden müssen. In der Vergangenheit sind die Gesundheitskosten stärker als die Einkommen gestiegen. Dies betrifft die gesetzliche und noch stärker die private Krankenversicherung (PKV). Um das gesetzliche System vor dem Kollaps zu bewahren, kennt die Phantasie der Politik schon heute keine Grenzen, wenn es um die Kürzung der Leistungen (Kostendämpfungsgesetz) und die Generierung zusätzlicher Beiträge geht. Es darf jedenfalls nicht davon ausgegangen werden, dass in Zukunft die GKV-Beiträge für Ältere auf dem relativ günstigen Niveau von heute bleiben werden.

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PS:
Die steigende Lebenserwartung war in der Vergangenheit öfters der Grund für Beitragssteigerungen in der PKV. Dies muss nicht automatisch für die Zukunft gelten. Ausgangspunkt für die Berechnung der Lebenserwartung in der Vergangenheit waren die Sterbedaten einer Generation, die ganz anders gelebt hat als die heutige. Viel Bewegung und körperliche Arbeit charakterisierten die Lebensweise dieser Generation. Die heutige Lebensweise dagegen ist von Bewegungsmangel gekennzeichnet, jedes dritte Kind ist bereits übergewichtig und die Zahl an Kindern mit Alterszucker und Bluthockdruck nimmt deutlich zu. Diese Gesundheitsdaten sprechen somit eher für eine niedrigere Lebenserwartung.